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Die Grünauerstraße

By admin • Dez 28th, 2007 • Category: Chronik

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Quelle: Aschach-Zeitung 4/2007 (PDF, 3 MB)
Fährt man heute die schön ausgebaute Grünauerstraße entlang, erinnert nichts mehr daran, dass dort im hinteren Teil des Marktes, vor gut 180 Jahren, nur Krautgärten (Flurbezeichnung 1371: Chrennaw, 1526: in der Khrenau) und Rübenfelder lagen.
Ein wenig erinnert sich der Schreiber dieser Zeilen noch an die Bezeichnung „Schallers Stiergarten“, die noch an eine frühere Verwendung als Weide den älteren Bewohnern in Erinnerung ist. Daraus ist ersichtlich, dass es eine Straße damals nach unserem heutigen Verständnis nicht gab, höchstens einen Feldweg, um die Ernten einzubringen.

Seit wann also gibt es diese Straße?
Ich füge an dieser Stelle einen Bericht aus der Pfarrchronik ein, der aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhundert stammt:

„Im Jahre 1822 erging die Regierungsverordnung, dass die Vizinal- oder Verbindungsstraßen (Vizinalstraßen = Nebenwege) zwischen den Pfarreien und anderen bedeutenden Örtern hergestellt werden. Bei dieser Gelegenheit erhielt Aschach viele Lokalverbesserungen. Die lästigen, vorstehenden Dachrinnen, die ihr Wasser auf die Mitte der Straßen hinstrahlten, wurden abgeschafft und die Häuser mit Stehrinnen versehen…

Durch die obere ganze Färbergasse wurde vom Weinzierlhaus an (Anmerkung: Haus Wolfmayr) bis zur Donau hinein ein geräumiger Schlauch ausgemauert, um das Wasser aufzufangen und abzuleiten, welches vom Ruprechtinger Steinbruch herkam und bei jähen Regengüssen wie ein Strom in die Färbergasse hineinfloß, wozu auch noch beim Austreten viel Wasser von dem so genannten Wegbachl (heute Seierbach) kam, das links vom Pfarrhof vorbeifließt…“.

Im Bericht wird auch der schlechte Zustand dieses Weges von dieser Färbergasse (heute Reitingerstraße) bis zum Pfarrhof und weiter bis zur unteren Färbergasse geschildert, dass eine Pfütze an die andere sich reihte, die auch an heißen Sommertagen kaum austrockneten. Vom Pfarrhof weg in die untere Färbergasse gab es keine richtige Verbindungsstraße, dieser Teil war, wie anfangs beschrieben, den Äckern vorbehalten.

Krankenhaus
Das Krankenhaus des “Aschacher Krankenvereines f√ºr Arbeiter‚Äú von 1891 bis 1939

Nur wenige Häuser standen in der heutigen Grünauerstraße: Vom Freyhaus des Hubert Pecherstorfer, heute Nr.3, bis zum so genannten Pöpplhaus des Albert Rathmayr, heute Nr. 20, gab es gerade ein Dutzend Gebäude.
Vor der Namensgebung in Grünauerstraße 1974/75 hieß sie einfach die Grünau. So schreibt z. B. Max Fuchs, der vormalige Chronist, im September 1966 in der Aschacher Chronik: „Auch die Straße in der Grünau bedarf … einer Sanierung“. Auch bei Werner Promintzer kann man im ersten Band „Aus der Grünau kommend…“ nachlesen.
Es bedarf hier noch der Fortführung dieser Straßengeschichte, weil die Straße ab der Kreuzung Grünauerstraße – Siernerstraße, Richtung Brückenauffahrt, eine andere Benennung führte.

Johann Eggerstorfer
Marktchronist

Quellen: OÖ Landesarchiv – Konsulent Dr. Adolf Golker
Pfarrchronik Aschach: „Veränderungen im Orte Aschach.“

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