Die Reitingerstraße

Quelle: Aschach-Zeitung 3/2007
Die Reitingerstraße ist eine wichtige Verbindung von der Hauptstraße des Marktes hinaus Richtung Grünauerstraße und zur Ortschaft Ruprechting. Im alten Grundbuch, Ende des 18. Jahrhunderts, war der Name Lobgasse verzeichnet. Die Herkunft dieses Namens ist nicht mehr feststellbar. Die Nennung Obere Färbergasse scheint ebenfalls zu dieser Zeit in einem Magistratsschreiben auf, ein Name, der von einem früheren Färberhaus, das auf dem Platz des heutigen LAWOG–Wohnhauses stand, herrührt. Uns ist heute diese Straße nur unter Reitingerstraße bekannt. Meist unbekannt ist manchen Bewohnern der Namensgeber dieser Verkehrsverbindung - Simon Reitinger.

Simon Reitinger, geboren 1783 in Esternberg, wirkte von 1819 bis 1869 als Pfarrer in Aschach, wo er sich große Verdienste um den Markt erwarb. Große Umbauten erfuhr die Kirche in seiner Zeit. So kam 1844 an der Nordseite, zum Schutz gegen Eisstöße ein Zugebäude, das fünf Jahre später bis zur Höhe des Daches hochgezogen wurde. Im ersten Stock konnte somit ein Oratorium (Betraum) untergebracht werden. Vorher ließ er noch die Kirche ausmalen, deren Gemälde in unserer Zeit im Zuge des Kirchenumbaues 1976/77 übertüncht wurden. Durch all diese Veränderungen entstand aus der vormals schlanken gotischen Kirche ein in seinem Ausmaß breites und behäbiges Gebäude.
Erwähnt sei noch sein Einsatz für die Armen, was ihm im Volksmund den Ehrentitel „Armenvater“ einbrachte.
Sechs Tage vor seinem 5ojährigen Pfarrjubiläum starb der rührige und beliebte Pfarrer, dem zu Lebzeiten noch die Ehrenbürgerschaft verliehen worden war.
Zu sagen ist noch, dass sich der Autor der beiden Aschacher Geschichtsbücher, Werner Promintzer, mit seiner Gattin in dieser Straße niedergelassen hat, und aus dessen Büchern sich der geschichtsinteressierte Aschacher immer wieder wertvolle Anregungen holen kann.
